Wappen der Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg)
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Wappen der Ortsgemeinde Brachbach
 
Das Wappen der Ortsgemeinde Brachbach

Das Wappen der Ortsgemeinde Brachbach

 

Termine
 

03.12.
Volkst√ľmliches Konzert
(Zitherverein "Edelweiß" Brachbach)
 

09.12.
Adventsfeier
(VdK Ortsverband Oberes Siegtal (Mudersbach))
 


Impressionen
 
Blick auf Brachbach

Blick auf Brachbach

 

Kontakt
 

Verbandsgemeinde-
verwaltung Kirchen (Sieg)

Lindenstr. 1
57548 Kirchen (Sieg)

Telefon: (02741) 688-0
E-Mail schreiben

 

 

Die Geschichte

der Ortsgemeinde Brachbach

Die Gr√ľndung des Dorfes Brachbach
 

Weder aus der Keltenzeit noch aus der Karolingerzeit sind Beweise vorhanden, dass der Mensch sich im heutigen Dorfgebiet eine Wohnst√§tte errichtete und den Boden nutzte. Wohl finden sich in den Bergen der Brachbacher Gemarkung einige Stellen, die auf eine sehr alte Eisenerzverarbeitung schlie√üen lassen, aber damit ist nicht der Beweis erbracht, dass die Eisenerzsucher, Erzschmelzer und Schmiede im Tal gesiedelt hatten. Die Niederlassung im Tal wird wahrscheinlich erst zu dem Zeitpunkt erfolgt sein, als man auf der Suche nach Nahrungsquellen f√ľr Tier und Mensch vom Berg ins Tal stieg und g√ľnstige Nutzungsfl√§chen fand oder freimachte. Dabei wird der Mensch auch sein Augenmerk auf die M√∂glichkeit, eine Wohnst√§tte errichten zu k√∂nnen, gerichtet haben.
Dazu waren trockene Lage, Wasser, Weide und Ackerland notwendig. Wann nun Menschen an der Stelle im Tal der Sieg die ersten Wohnpl√§tze errichteten, die in langer Entwicklungszeit zum Dorfbild von Brachbach wurden, ist unbekannt. Keine m√ľndliche √úberlieferung oder schriftliche Aufzeichnung berichtet aus jener Zeit.
Man kann sich nur an die allgemeinen Angaben der Heimatforscher halten, um sich ein Bild von den Anf√§ngen dieses Dorfes zu machen. Danach ist als ziemlich sicher anzusehen, dass einzelne Erzsucher, die auch Bauern und Viehz√ľchter waren, ihre Wohn- und Wirtschaftsgeb√§ude an g√ľnstigen Stellen des heutigen Ahligsseifens, und zwar in M√ľndungsn√§he, errichteten und Einzelh√∂fe bildeten. Mit der Hebung der Eisenerzverarbeitung wird sich die Menschenzahl und damit die Anzahl der H√§user vergr√∂√üert haben. Damit war der Kern einer sp√§teren Dorfbildung geschaffen.
Der Wald lieferte das Holz zum Hausbau, der Boden den Lehm zum Ausf√ľllen der Fachwerke, der Fluss das Schilf zum Dachdecken. Sp√§ter kamen Stroh und, nach Entdeckung der Schieferlager, Schiefer f√ľr das Dachdecken zur Verwendung. Der Platz der Siedlung ist in der Silbe "bach", die Stelle der ersten Hausbauten in der noch heute gebrauchten Bezeichnung "Auf dem Ort" angegeben. Aus den Einzelh√∂fen entwickelte sich langsam, beg√ľnstigt durch die fr√§nkische Verwaltungsordnung, das Dorf. In welchem Jahr der Dorfcharakter erreicht war, d.h. die Siedlung als Dorf benannt wurde, wird wohl unbekannt bleiben. Was durch Zufall oder Studium der wenigen Unterlagen √ľber Brachbach gefunden wird, erz√§hlt schon vom Dorf Brachbach.

 

Erwähnungen des Ortes Brachbach
 

Da ist zun√§chst eine Abrechnung des Freusburger Rentmeisters Cornelius von Breda aus der Zeit von Juni 1471 bis Juni 1472. In ihr sind die Einnahmen aus der Hauptsteuer, der Bede, dann das Fleisch- und Kuhgeld, der Landzoll, der Zehntenzoll vom Eisenstein und die Einnahmen von Wiesen und √Ąckern angegeben. So lesen wir in der Rentmeisterrechnung unter Fa√ügulden von Wiesen und √Ąckern:
Item Aetrnt zoe Brachtpach 1 1/2 Pfd.
unter Einnahmen von verschiedenen Sachen:
Item wetten van die van Brachtpach van Koch 12 albus
unter K√ľchenrechnung f√ľr die 3. Woche des Monats Juni 1471 u.a. folgenden Einkauf:
Item 1 kalff om Heen van Brachtpach 4 albus
(Staatsarchiv Koblenz, Abt. 30, Nr.: 8072, fol. 4,6,9)
Mit diesen Angaben ist die bis jetzt bekannte, fr√ľheste belegte Nennung des Dorfes gegeben.
Die Bede, die √§lteste Steuer, war eine Verm√∂genssteuer von Geb√§uden, Grund- und Bodenbesitz. Zuerst wurde sie erbeten, dann war sie Pflicht. Im Mai und im Herbst wurde die Bede eingezogen. Fleisch- und Kuhgeld war die Besteuerung des gehaltenen Viehs. Jede Kuh kostete an Steuer 3 Kreuzer. F√ľr Ochsen und Pferde war je Tier eine Karre "Wachtholz und Christband" zu entrichten.

Eine zweite Nennung findet sich in einem Vertrag zwischen Wiejand von Widdersbach und dem Grafen von Sayn vom 7. September 1512. Darin √ľbergab Wiejand von Widdersbach seinen Besitz gegen eine Versorgung bis zum Lebensende dem Grafen von Sayn. Unter dem Namen der Gerichtssch√∂ffen, die den Vertrag beglaubigten, findet sich auch der Name des Schulthei√üen Heintze von Brachbach. In einer Akte vom 17. Juli 1499 wird ein Heyntze vom Brachtbach genannt. Damit ist eine abermalige recht fr√ľhe Nennung des Dorfes gegeben worden. Weil Heyntze einige Jahre sp√§ter in einem Vertrag als Schulthei√ü erscheint, ist anzunehmen, dass er der erste Schulhei√ü oder einer der ersten Schulthei√üen gewesen war.
 

Ausf√ľhrliche Angaben des Namens Brachbach
 

1542 erscheint Brachbachs Name in einem Fischereivertrag, der mit der Herrschaft Freusburg bei einem Pachtvertrag von 4 albus abgeschlossen wurde.
Die ersten ausf√ľhrlichen Angaben √ľber die Gemeinde Brachbach machte im Jahre 1742 der Amtsaktuar Johann Heinrich Lamprecht, als er dem Geheimen Etatsminister Freiherr von Seckendorff eine Beschreibung der √Ąmter Freusburg und Friedewald zu erstellen hatte. In dieser Beschreibung, die Herr Dr. W. G√ľthling, Siegen, herausgegeben hat, ist zu lesen:
Brachbach hat 34 R√§uche, 227 Morgen Acker und Wiesen, das Revier betr√§gt sich 1 Stunde, gibt Schatz 5 Rtlr. 24 albus 7 1/2 d. Die Sieg flie√üt unter dem Dorfe vorbei, eine herrschaftliche M√ľhle steht bei dem Dorfe, hat eine Eisenh√ľtte, ist ein Grenzdorf und grenzt an Nassau-Siegen wie auch Selbachschen Grund. Die Einwohner sind Acker- und Bergwerksleute katholischer Religion und hat ziemlich gemeinschaftliche Waldungen, daselbst ist auch befindlich ein herrschaftlicher und sogenannter H√∂hewald, so aus Eichen und Buchen besteht und im Umfang 1 1/2 Stunde ausmacht.
Schatz war die Abgabe der Gemeinfreien, um sich vom Kriegsdienst freizukaufen. Sp√§ter wurde daraus ein Steuerzwang, der Schatz wurde nach dem Besitz festgelegt. Vor 1709 kamen 2/3 des Schatzes von liegenden G√ľtern, 1/3 von R√§uchen, Vieh und H√ľttentagen. Nach 1724 gab es nur j√§hrliche Schatzs√§tze. Bis zum Jahre 1724 war der Schatz in drei Terminen zu zahlen. Zum Schatze z√§hlte man auch den "Zehnde Stein", den Zehntezoll vom Eisenstein, der vom "Steinmesser" abgemessen und vom Bergmeister verrechnet wurde.

Heute haben sich verschiedene Betriebe des Mittelstandes in Brachbach angesiedelt. Der Bergbau wurde ganz eingestellt. Brachbach gehört als eine von sechs Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Kirchen an.